Johannes Herwig liest aus seinem Roman „Bis die Sterne zittern“

Am 07.05.2026 durfte unsere Schule den Autor Johannes Herwig zu einer Lesung seines Romans „Bis die Sterne zittern begrüßen. Von 15 Uhr bis etwa 16:30 Uhr erhielten die Besucherinnen und Besucher spannende Einblicke in das Buch und in die Arbeit eines Schriftstellers.

Der Roman spielt in Leipzig im Jahr 1936 und erzählt die Geschichte des 16-jährigen Harro, der gleich zu Beginn der Sommerferien in eine Auseinandersetzung mit Hitlerjungen gerät. Dabei trifft er auf Hilfe von Jugendlichen, die wie er die nationalsozialistische Ideologie ablehnen. Im Laufe der Handlung verändert sich Harros Leben immer mehr: Konflikte mit den Eltern und Probleme in der Schule gehören ebenso dazu, wie Freundschaften, politische Aktionen und erste Liebeserfahrungen. Gleichzeitig wird jedoch deutlich, dass Widerstand und unangepasstes Verhalten in einer Diktatur gefährliche Folgen haben können.

Inspiriert wurde der Roman von den sogenannten „Leipziger Meuten“, oppositionellen Jugendgruppen während der NS-Zeit. Johannes Herwig verbindet historische Ereignisse mit einer persönlichen Geschichte über Mut, Freundschaft und das Erwachsenwerden unter schwierigen Bedingungen. 

Während der Lesung trug der Schriftsteller verschiedene Textstellen aus dem Roman vor. Durch seine lebendige Art zu lesen konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer gut in die Handlung eintauchen und die Stimmung der einzelnen Szenen nachvollziehen.

Aufmerksam lauschte das Publikum den Worten Herwigs und es wurde im Raum spürbar, dass das Thema eine aktuelle Relevanz hat: denn gerade heute regt die Geschichte dazu an, darüber nachzudenken, wie man selbst handeln würde, wenn Widerspruch oder unangepasstes Verhalten nicht geduldet würden. Der Roman zeigt, dass Demokratie und persönliche Freiheit keine Selbstverständlichkeit sind und dass es Menschen braucht, die den Mut haben, für ihre Überzeugungen einzustehen.

Nach dem Vorlesen beantwortete der Autor Fragen aus dem Publikum. Dabei sprach er nicht nur über den Roman selbst, sondern auch darüber, wie er recherchiert, Charaktere entwickelt und Bücher schreibt.

Für das Catering sorgte die Klassenstufe 11, welche Sandwiches und Kuchen vorbereitete und damit den kleinen Hunger stillte.

Insgesamt war die Lesung eine interessante und gelungene Veranstaltung, die bei vielen Zuhörerinnen und Zuhörern einen bleibenden Eindruck hinterließ. Auch in Zukunft wären ähnliche Veranstaltungen eine schöne Bereicherung für unsere Schule.

Wir bedanken uns herzlich bei Johannes Herwig für seinen Besuch am Wiprecht-Gymnasium und schließen mit den Worten:

„Ein schöner Tag zu Ende geht,

die Sterne sind erwacht.

Wir reichen uns die Hände nun

Und sagen Gute Nacht.

Von Ort zu Ort, von Land

Erklingt ein Lied darein,

reicht eure Hände fest zum Bund,

wir wollen Freunde sein.“

Lusann Pfeiffer

16 Jahre alt. Und plötzlich im Widerstand.