Neue Schulleiterin am Wiprecht-Gymnasium

Groitzsch. Das Sekretariat hat sie gar nicht gleich gefunden im großen Gymnasiums-Anbau. „Da kommt ein Hinweisschild hin", nimmt sie sich vor. Damit Besucher künftig schneller zu ihr finden. Seit dem 1. August ist Irina Salewski aus Brandis Schulleiterin am Groitzscher Wiprecht-Gymnasium. Sie hat die Nachfolge des im Juli in den Ruhestand verabschiedeten Stefan Treuger angetreten. Zunächst bis zum Sommer 2013 ist die erfahrene Pädagogin mit der Leitung beauftragt – „bis zum Abschluss des Schulleiterbesetzungsverfahrens", so die korrekte behördliche Bezeichnung. Es ist nicht einfach nur ein Neustart nach 13 Jahren als Chefin am Brandiser Gymnasium. Es ist eine Rückkehr ins Berufsleben nach einer Auszeit voller Erlebnisse, Abenteuer und Erkenntnisse. „Das gönne ich mir, wenn die Hälfte um ist vom Leben", hatte sich Irina Salewski fest vorgenommen und schenkte sich zum 50. Geburtstag ein Sabbatjahr. Sie bereiste mehrere europäische Länder, war zudem Tausende Kilometer in Chile, Argentinien und Vietnam unterwegs. „Das alles ohne Zeitdruck zu entdecken und zu genießen, war einfach wunderbar. Und es hat die Sicht auf vieles erweitert – wie Menschen mit Wenigem anderswo glücklich sind, was wirklich wichtig ist im Leben", sagt Salewski nachdenklich. Mit Blick auf die Rückkehr nach Deutschland fügt sie hinzu: „Wir zerstören uns hier vieles selbst durch Nichtigkeiten, weil wir uns so wichtig nehmen." Vor dem Sabbatjahr lernte die gebürtige Merseburgerin Italienisch und Spanisch, Letzteres setzt sie fort. „Das ist eine wichtige Erfahrung, nach so vielen Jahren wieder einmal Schüler zu sein. Eine ganz andere Perspektive." Die hatte sie zuletzt beim Studium an der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität, wo sie ihr Diplom als Mathe- und Physiklehrerin ablegte. 1983 begann Irina Salewski als Lehrerin in Leipzig-Grünau, wurde nach der Wende 1990 am Runden Tisch von Eltern- und Lehrervertretern an jener Schule zur Leiterin gewählt. Zwei Jahre später ging sie als Direktorin ans Grünauer Kopernikus-Gymnasium, 1998 dann nach Brandis, wo die Familie inzwischen wohnte. „Ich wusste schon vor dem Sabbatjahr: Danach wollte ich noch einmal etwas Neues machen. Und so habe ich mich für die Stelle hier in Groitzsch beworben." Es stehen täglich 76 Kilometer auf dem Tacho, aber das ficht sie nicht an. „Ein toller Bau, das neue Gymnasium. Ich finde es insgesamt beeindruckend, wie die Stadt Groitzsch sich für alle ihre Schulen engagiert." Noch ist es recht still in den Gängen der neuen Wirkungsstätte, wo Salewski wie schon in Brandis Mathematik unterrichten wird. „Bis jetzt bin ich von allen gut aufgenommen worden", fasst sie ihre ersten Eindrücke zusammen. Einen Bummel durch Groitzsch hat sie ebenfalls schon unternommen. „Eine hübsche kleine Stadt mit einer gesunden Infrastruktur." Dabei entdeckte sie: „Tischtennis wird hier auch gespielt." Seit ihrer Jugend steht sie selbst an der grünen Platte, war Übungsleiterin, schwang während des Studiums für Carl Zeiss Jena die Kelle und ist auch heute noch in Brandis aktiv. Obwohl es kein Damenteam im Ort gibt. „Deshalb spiele ich bei den Herren mit", sagt sie ganz selbstverständlich und lächelt voller Energie. Das Schuljahr kann kommen.
Foto und Text: Hartmut Karich
 
Irina Salewski am neuen Schreibtisch: Die Brandiserin leitet seit dem 1. August das Wiprecht-Gymnasium in Groitzsch und unterrichtet auch Mathematik.
 
  Irina Salewski am neuen Schreibtisch: Die Brandiserin leitet seit dem 1. August das 
  Wiprecht-Gymnasium in Groitzsch und unterrichtet auch Mathematik.
 
   LVZ, 23.08.2012
 
 
 
 
 
 
Letzte Aktualisierung: am 28.02.2013 - 15:32 Uhr durch Karla Korb