Fotovoltaikanlage auf Gymnasiumsdach

Ende des Jahres soll 700 Quadratmeter große Solaranlage in Betrieb gehen

Groitzsch. Der neue Gymnasiumsanbau in Groitzsch braucht dank Passivhausbauweise nicht nur wenig Energie - diese wird bald sogar vor Ort selbst "produziert". Ende des Jahres soll eine riesige Fotovoltaik-anlage auf dem Dach in Betrieb gehen, die 61 Kilowatt-p - eine spezielle Maßeinheit für Fotovoltaik-Strom - erzeugt, sagte Bauamtsleiter Dirk Schmidt.

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, das wegen seiner guten Wärmedämmung sowohl im Winter als auch im Sommer keine klassische Heizung oder Kühlung benötigt. Diese Häuser werden "passiv" genannt, weil der überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus "passiven" Quellen gedeckt wird, wie Sonneneinstrahlung und Wärme von Personen und technischen Geräten.

In speziellen Arbeiten, genannt besondere Lernleistung, errechneten die Groitzscher Gymnasiasten schon während des Baus ihres neuen Schulhauses den geringen Energieverbrauch und welche Einsparmöglichkeiten es gibt. Es entstand die Idee, den Rest der benötigten Energie selbst zu erzeugen - per Fotovoltaikanlage auf dem Dach.

Eigentlich wollte die Stadt die 700 Quadratmeter große Anlage selbst bauen. Doch eine Kommunalverwaltung darf in solch ein Projekt kein Geld stecken, berichtete der Amtsleiter. So suchte Groitzsch einen Investor und fand eine Firma, welche die Dachfläche anmietet, die Anlage kauft, baut und betreut.

Eine Fotovoltaikanlage ist eine Solarstromanlage, in der mittels Solarzellen ein Teil der Sonnenstrahlung in elektrische Energie umgewandelt wird. Die dabei typische direkte Art der Energiewandlung bezeichnet man als Fotovoltaik, erklärt das Online-Lexikon Wikipedia. Die Verträge zwischen Unternehmen und Stadt sind unter Dach und Fach. Ende des Jahres soll die Anlage in Betrieb gehen. Sie nimmt nicht die gesamte Dachfläche des sieben Millionen Euro teuren Schulanbaus ein. "Zum einen müssen bestimmte Randabstände eingehalten werden, zum anderen gibt es durch die Sternwarte Verschattungen, so dass nur ein Teil des Dachs genutzt wird", sagte Dirk Schmidt. Demnächst werde noch eine Anzeige installiert, welche die aktuelle Stromerzeugung bekannt gibt. Claudia Carell-Domröse

LVZ vom 16.12.2011

Letzte Aktualisierung: am 01.02.2013 - 21:21 Uhr durch