Gewimmel im neuen Schulhaus

Nach festlicher Einweihung feiert Groitzscher Wiprechtgymnasium Tag der offenen Tür



Groitzsch. Selten war eine Schule so gut besucht und stand so im Blickpunkt der Öffentlichkeit wie das Groitzscher Wiprechtgymnasium vorgestern Nachmittag. Unzählige Gäste aus der Stadt und Umgebung nutzten den Tag der offenen Tür für einen Rundgang durch den millionenschweren Anbau. Sie begutachteten die 29 neuen Klassenräume, die 15 Fachkabinette und Schulbücherei, ließen sich interaktive Tafeln und andere Technik vorführen, blickten in die Schulsternwarte und hielten mit ihren Fragen nicht hinterm Berg. "Kaum hatte man jemandem eine Frage beantwortet, stand schon der nächste da. Es ging Schlag auf Schlag", berichtet eine Mitarbeiterin.

Am Vormittag war der Erweiterungsbau mit zahlreichen Gästen aus Wirtschaft und Politik feierlich eingeweiht worden. Bürgermeister Maik Kunze spann dabei den Bogen von den Anfängen des Schulwesens in Groitzsch - im Jahr 1547 gab es jeden Dienstag eine Kinderlehre in der alten Kantorei - bis heute, wo die Stadt über eine Grund- und Mittelschule sowie ein Gymnasium verfügt. Seit der Wende wurden allein 17,6 Millionen Euro für diese Schulen ausgegeben, davon flossen 7,1 Millionen in den Anbau des Gymnasiums. "Finanziell eine Punktlandung", nannte Kunze die geringe Abweichung von der Plansumme 6,9 Millionen Euro. Parallel konnte mit Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket II auch die Schulturnhalle energetisch saniert werden. Mit den ebenfalls erneuerten Außenanlagen verfügt die Stadt nun über einen weiteren Strahlenkranz, der bis in die benachbarten Städte leuchtet. Schon deshalb ließen sich die Bürgermeister von Pegau, Neukieritzsch, Zwenkau, Lucka, Regis-Breitingen, Elstertrebnitz und Kitzen die offizielle Einweihung nicht entgehen.

Schulleiter Stefan Treuger sprach von "Freude und Stolz über den Schulerweiterungsbau" und der Schülersprecher des Wiprechtgymnasiums, Florian Schneider, meinte: "Die drei Jahre Wartezeit haben sich gelohnt." Dem sächsischen Ministerpräsident Stanislaw Tillich ging beim Rundgang ebenfalls das Herz über: "Wenn ich mich an meine eigene Schulzeit erinnere, weiß ich noch, dass unser Sportraum nicht viel größer als ein Wohnzimmer war. Heute wird so vieles getan, um den Mädchen und Jungen das Lernen leichter zu machen. Für Groitzsch ist es ein Tag der Freude." Zugleich warb der Landesvater für die exzellenten Hochschulen im Freistaat. "Ich will Appetit machen auf das, was sich hier regt und entwickelt. Kultur und Forschung haben in Sachsen eine große Zukunft und auch Lehrer für Physik und Mathe werden dringend gebraucht", winkte er mit dem Zaunspfahl. "Ein Auslandsaufenthalt ist natürlich gut und schön. Ich würde mir aber wünschen, wenn Sie hier studieren und dann auch hier bleiben." K. Haase

LVZ vom 03.09.2011

Letzte Aktualisierung: am 01.02.2013 - 21:27 Uhr durch