Hüttenkombinat ade

Ab 22. August lernen Gymnasiasten in ihrer neuen Schule - Akteure legen exakten Zeitplan fest



Groitzsch. Der Zeitplan für den Umzug in den sieben Millionen Euro teuren Gymnasiumsanbau in Groitzsch steht jetzt fest. Ab neuem Schuljahr haben die 550 Kinder und Jugendlichen beste räumliche Bedingungen zum Lernen. Ihnen stehen 29 Zimmer mehr zur Verfügung. Zur offiziellen Einweihung am 1. September kommt Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich.

Von Claudia Carell-Domröse

Das Gymnasium war jahrelang ein Provisorium. Zu Spitzenzeiten lernten dort 800 Schüler. Immer neue Räume und Häuser mussten angemietet werden, Kurse fanden in abenteuerlichen Zimmern unterm Dach mit schiefen Wänden statt. Das war recht anstrengend, hatte aber auch einen "gewissen Charme", formuliert Schulleiter Stefan Treuger es positiv. Immer wieder sei das Stichwort College-Prinzip gefallen. Böse Zungen sprachen jedoch vom "Hüttenkombinat".

Damit hat es am 22. August ein Ende. Am ersten Schultag nach den Sommerferien sollen die Gymnasiasten in ihre neue Schule ziehen - in den Anbau mit gigantischen 2500 Quadratmeter Nutzfläche und den bis dahin sanierten Altbau daneben. In dieser Woche regelten die Akteure die Feinabstimmung für den großen Umzug.

Ganz wichtig sind dafür die Reinigungskräfte. Sie müssen nämlich, bevor die moderne Passivhaus-Technik eingeschaltet wird, das Haus einer gründlichen Endreinigung unterziehen. Sonst wird der Staub in die empfindlichen Geräte gesaugt - was gleich zu Anfang Probleme bringen könnte, so Treuger. Der Stadtrat vergibt demnächst den Auftrag an die künftige Schulreinigungsfirma.

Mitte Juni soll die große Bauabnahme sein. Dann verschwinden auch die Baucontainer, sodass der Schulhof gestaltet werden kann. Es wird kleine Teiche geben, in denen das Regenwasser aufgefangen und verwertet wird. Weiterhin sind Pflasterarbeiten, grüne Inseln und Sitzgruppen geplant.

Am 20. Juni kommen die Schulmöbel. Alles neu, denn die Tische und Stühle im Altbau bleiben in den Räumen. Und die Klassenzimmer im jetzigen Haus 2, das das Gymnasium bald nicht mehr braucht, soll vorübergehend die Mittelschule nutzen. Also bleibt das Inventar dort stehen. In den beiden letzten Wochen vor den Ferien wird nicht mehr viel Mathe gepaukt. Die Lehrer haben Klassen- und Kursfahrten organisiert. Denn in diesen Tagen soll schon fleißig geräumt werden. Am 8. Juli, also kurz vor den Ferien, startet vielleicht schon die erste große Aufführung in der neuen Aula mit dem Theaterprojekt Akte Kulturix vom Kulturpark Deutzen, bei dem auch Groitzscher Schüler mitmachen.

Bauzeit ist im alten Gebäude dann noch mal in den sechs Wochen Sommerferien angesagt. Zunächst provisorisch eingebaute Trennwände werden wieder herausgerissen. Es entstehen weitere große Fachräume. "Das wird alles vom Feinsten", schwärmt der Schulleiter und freut sich auf viel Platz.

LVZ vom 23.04.2011

Letzte Aktualisierung: am 01.02.2013 - 21:34 Uhr durch