Sport mit einem Schuss Geschichte, Physik und Biologie

Groitzscher Wiprechtgymnasium bietet im neuen Schuljahr erstmals Sportprofil ab Klassenstufe 8 an / Keine Konkurrenz zum Sportgymnasium

Groitzsch. Sport ist nicht gleich Sport. Sport hat auch ganz viel mit Biologie, Geschichte, Chemie und Physik zu tun. Diesen wissenschaftlichen Zusammenhängen geht jedenfalls das neue Sportprofil im Groitzscher Wiprechtgymnasium auf den Grund, das in diesem Schuljahr erstmals angeboten wird. "Wir sind nach dem Eilenburger Rinkart-Gymnasium erst die zweite Schule im Regionalschulamtsbereich Leipzig, die eine vertiefte Sportausbildung anbietet", gibt einer der geistigen Väter und Sportlehrer André Proskawetz gegenüber unserer Zeitung zu Protokoll. Er selbst hatte bis vor einigen Jahren am Bornaer Pestalozzigymnasium unterrichtet und dort ein Sportprofil mit aufgebaut. "Als die "Pesta" geschlossen wurde und ich nach Groitzsch kam, wollte ich mich nicht so einfach von diesem Gedanken wieder trennen."

Ab Klassenstufe 8 können sich die Groitzscher Schüler nun für das naturwissenschaftliche, das gesellschaftswissenschaftliche oder das Sportprofil entscheiden. 23 Mädchen und Jungen, etwa ein Viertel aller Gymnasiasten, begibt sich nunmehr auf die Spuren der Sportgeschichte, Sportphysik oder Sportbiologie. Das Profil verkommt auch nicht zu extra Einheiten Fußball, Volleyball oder Handball, weil das gerade die populärsten Sportarten in Deutschland sind und sie dem Bewegungsdrang der jungen Leute am nächsten stehen. André Proskawetz: "Der Lehrplan ist völlig anders als der im gewöhnlichen Sportunterricht. In der Klassenstufe 8 beschäftigen wir uns mit dem Thema Ausdauer und betrachten es auch von der biologischen Seite her. In der neunten Klasse spielt das Thema Olympia und seine Geschichte eine große Rolle und in Klasse 10 geht es um Kraft als Ausdauervoraussetzung. Hier steckt ganz viel Physik mit drin." In praktischen als auch theoretischen Sportstunden klamüsern die Schüler die jeweiligen Themen auseinander. Die neue Turnhalle in der Schletterstraße und die neu entstehende Kleinfeldanlage an der Turnhalle des Gymnasiums bieten ideale Bedingungen dafür.

Dabei soll das neue Profil nicht als Ersatz für ein Sportgymnasium oder eine mögliche Profilaufbahn verstanden werden. "Der sportliche Leistungsgedanke steht bei uns nicht im Vordergrund", beschreibt es André Proskawetz weiter. Das Angebot sei für alle Schüler offen, die Spaß und Freude an der körperlichen Ertüchtigung haben. "Man muss nicht unbedingt die Sportskanone an sich sein", formuliert es Wolfram Müller, Fachleiter Naturwissenschaften am Groitzscher Wiprechtgymnasium, diplomatisch. Er hat das Sportprofil mit aus der Taufe gehoben. Der Lehrplan sei vielmehr fächerverbindend angelegt und beinhalte auch Theoriestunden. In der Klassenstufe 8 umfasst das Sportprofil drei Wochenstunden extra.

Für den Schulleiter Stefan Treuger ist das neue Angebot ein weiterer Schritt zu einer attraktiveren Schule. "Wir haben einen neuen Baustein, um den Neigungen und Interessen unserer Schüler noch mehr gerecht zu werden."

Kathrin Haase

LVZ vom 17.08.2010

Letzte Aktualisierung: am 01.02.2013 - 18:48 Uhr durch