"Nagelneues Gymnasium"

Richtfest am sieben Millionen Euro teuren Schulbau in Groitzsch

Groitzsch. Großer Tag für die Stadt Groitzsch: Sie feierte gestern (10. August 2010) Richtfest am Neubau fürs Gymnasium. Das sieben Millionen Euro teure Haus ist die größte Investition der Kommune seit der Wende und verbessert ab April die Lernbedingungen für 556 Schüler aus dem Leipziger Land.

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Roland Meyer freute sich. Der Groitzscher interessiert sich seit Jahrzehnten für die alte und aktuelle Geschichte seiner Heimatstadt. Das Richtfest gehöre zu den historischen Tagen. Schon in den 60er Jahren war Meyer auf der Baustelle, als das alte Schulhaus entstand. Er erlebte die Namensweihe der Schule 1996 mit. Nun der Neubau. "Es wurde höchste Zeit für das Haus. Schön, dass es jetzt bald fertig ist", sagte der Hobbyhistoriker und fotografierte Richtkrone, Bauleute, Bürgermeister, Schulleiter und lachende Gymnasiasten. Für die Nachwelt, die vielleicht in fünfzig Jahren über die Sanierung des heute neuen Gebäudes nachdenken muss.

Auch Schulleiter Stefan Treuger erinnerte sich an die Namensweihe vor ziemlich genau 14 Jahren: "Damals konnten wir nicht ahnen, dass es zu diesem Bau kommt." Der nicht bloß ein Anbau sei, "sondern eigentlich eine ganz neue Schule". 2500 Quadratmeter Nutzfläche auf drei Stockwerken entstehen derzeit direkt neben dem bisherigen Gymnasium. Baustart war im Spätsommer vergangenen Jahres, im April 2011 sollen die Gymnasiasten einziehen.

556 Kinder und Jugendliche aus dem Leipziger Land lernen derzeit in der Groitzscher Schule - auch während der Bauphase. "Ich möchte mich bei den Bauleuten bedanken, die bei ihrer Arbeit immer die Belange der Schüler berücksichtigen, auch zu den Abiturprüfungen", so der Schulleiter. Dank ebenfalls an Stadträte, Bildungsagentur und Landratsamt für Förder- und Eigenmittel. Der Neubau kostet rund sieben Millionen Euro. Etwa 80 Prozent stammt aus Fördertöpfen, den Rest muss Groitzsch selbst stemmen. Mit diesem "nagelneuen Gymnasium" habe die Stadt, die sich gern "Perle im Leipziger Neuseenland" nennt, eine weitere Perle hinzugewonnen, sagte Bürgermeister Maik Kunze.



Der Bau hat eine lange Geschichte. Schon 1994 wurde im Rahmen des Raumprogramms für Schulen festgestellt, dass Groitzsch zu wenig Platz für die vielen Schüler hat. Aber damals wusste noch keiner so richtig, ob die Stadt dauerhaft ein Gymnasium erhält. Seitdem lernen die Gymnasiasten in mehreren Gebäuden, es wurde immer mehr oder weniger improvisiert. Damit ist bald Schluss und das begrüßen auch die Schüler. Zum Beispiel Lilly Teske aus der 7d: "Wir finden das neue Haus gut. Da haben wir viel mehr Platz."

Bei den kurzen Festansprachen gab es leichte Kritik. "Ich verstehe ja gar nischt!" meinte ein Schüler und spitzte die Ohren. Doch ohne Mikro war da nichts zu machen. Polier Mike Oehler von der Firma Lubak hörten die Gymnasiasten etwas besser. Er verkündete mit lauter Stimme vom obersten Stockwerk den Richtspruch, unter anderem mit den Worten: "Gott schütze dieses Haus und alle, die da gehen ein und aus." Bis zu 19 seiner Männer arbeiteten in zwei Schichten am Rohbau, damit der Terminplan geschafft wird. Oehler kommt aus Berndorf, einem Groitzscher Ortsteil. Die Baustelle ist also ein Heimspiel für ihn. Nur zehn Minuten zur Arbeit, den Genuss hat er selten.

Der Rohbau ist fertig: Schüler, Lehrer, Stadtverwaltung und Gäste feiern Richtfest in Groitzsch. Direkt neben dem Gymnasium entsteht ein dreistöckiges Haus mit 2500 Quadratmeter Nutzfläche, das die Platzprobleme der Schule für immer lösen soll.

LZV vom 11.08.2010

Letzte Aktualisierung: am 01.02.2013 - 18:49 Uhr durch