Unbezahlbare Projekttage

Fortbildungsakademie der Wirtschaft informiert am Gymnasium Groitzsch über Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten



Heike Haas (Fortbildungsakademie der Wirtschaft) und Alexander Haas (Vollzugsbediensteter) informieren die Gymnasiasten Yasmin Bernhard und Eric Effertz. Foto:Th. Voigt

Groitzsch. Die Oberstufenschüler am Wiprechtgymnasium Groitzsch stehen vor dem Abitur vor entscheidenden Fragen. Unter anderem die der beruflichen Zukunft. Um sie aktiv darauf vorzubereiten, informierte die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) über Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten.

„An den drei Tagen hatten wir Vertreter von Unternehmen wie der Deutschen Bahn, von Vattenfall oder der Heliosklinik Borna in den Klassen“, erzählt die stellvertretende Akademieleiterin der FAW, Kathrin Nerstheimer. Doch neben den Unternehmen, die über Ausbildungsmöglichkeiten informierten, waren auch Universitäten aus der Region vor Ort. So versuchten Vertreter der TU Freiberg, der Uni Halle sowie der Berufsakademie Breitenbrunn mit ihren Studienfächern und Studienorten bei den Schülern Interesse zu wecken.

Erhard Grigull aus Breitenbrunn hatte bei seinem ersten Schulbesuch in Groitzsch einen schweren Stand. Obwohl in dem kleinsten Studienstandort Sachsens keine Studiengebühren erhoben werden, zieht es die Schüler Martin Schmidt und Kevin Zeller in eine größere Stadt. „Wir wollen an der Fachuni Düsseldorf studieren“, sind sich die Elftklässler einig. Die Studiengänge Ton & Bild sowie Kommunikationsdesign haben sich der 17-jährige Schmidt und der 18-jährige Zeller bereits ausgesucht.

Alexander Haas referiert dagegen vor den Elftklässlern über die beruflichen Möglichkeiten in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen. „Bei uns arbeiten nicht nur Beamte im Vollzugsdienst. Sondern auch Sekretärinnen, Pädagogen oder Kunsttherapeuten.“

Yasmin Bernhard hatte schon einmal über die Ausbildung zur Polizistin nachgedacht, aber „dafür bin ich etwas zu klein“, sagt die 16-Jährige, die jetzt ins Bankwesen gehen will. Der 16-jährige Eric Effertz hat sich auch schon entschieden: Er möchte Angewandte Naturwissenschaften studieren.

So etwas hört Nerstheimer von der FAW, die über den Europäischen Sozialfond finanziert wird, sehr gern. „Gerade für die – auf dem Markt gefragten – Naturwissenschaften und Ingenieurstudiengänge möchten wir die Schüler motivieren.“ Um sie aktiv auf die Erfordernisse der Wirtschaft vorzubereiten, kommt die FAW-Mitarbeiterin Heike Haas nicht nur zu den Projekttagen ins Gymnasium Groitzsch. „Neben Kompetenzanalysen, Bewerbungsmanagement und Vorbereitungen auf Assessment-Center bieten wir auch Exkursionen für die Gymnasiasten an“, erklärt Haas.

Der stellvertretende Direktor Uwe Großkopf ist jedenfalls vom Programm des FAW angetan. „Während vor einigen Jahren die Schüler der Oberstufe nur wussten, dass nach dem Abi der Zivildienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr folgen, sind die beruflichen Vorstellungen jetzt viel konkreter geworden.“ Außerdem hätte sich auch die Quote der Groitzscher Abiturienten erhöht, die später studieren. „Die Projekttage sind ganz einfach unbezahlbar“, resümiert Großkopf. Thomas Voigt

LVZ vom 30.03.2010

Letzte Aktualisierung: am 01.02.2013 - 18:54 Uhr durch