Eine musikalische Hofpause

Luckaer Jugendblasorchester stimmte am Groitzscher Wiprechtgymnasium auf Weihnachten ein

Von hartmut karich

Groitzsch. Das war gestern Vormittag vielleicht die ungewöhnlichste Hofpause des Jahres am Groitzscher Wiprechtgymnasium. Aus Trompeten, Posaunen, Flöten, Tenorhorn und Tuba hallten weihnachtliche Klänge über das Freigelände. „Der musikalische Gruß am letzten Schultag im Dezember ist seit einigen Jahren eine schöne Tradition“, erzählt Schulleiter Stefan Treuger. „Das organisieren die Schüler selbst; ich lasse mich da gern überraschen.“

Begonnen hatte mit dieser Tradition der sehr rege Jugendchor der Schule, der in der großen Pause auf den Gängen des Gymnasiums mit seinen Liedern auf die Weihnachtszeit einstimmte. Seinen letzten Auftritt hatte er am Montagabend in der Aula der Mittelschule vor Lehrern, Eltern und Schülern.

Diesmal sorgten jedoch zwölf Mitglieder des Jugendblasorchesters Lucka für das musikalische Schuljahres-Halali. Ein Klangkörper aus dem benachbarten Thüringen – das klingt ungewöhnlich, ist es aber nicht. Zum einen sind die Luckaer Musikanten gerade zur Weihnachtszeit viel im angrenzenden Sachsen unterwegs, zum Beispiel jüngst auf dem Groitzscher Weihnachtsmarkt. „Außerdem besuchen auch viele Jugendliche aus Lucka unser Gymnasium“, so Treuger. Und nicht nur das. Auch Jens Hunger kommt von dort. Er ist jetzt Mathe- und Physiklehrer an der Schule, war zuvor zwei Jahre hier Referendar. Der 30-Jährige ist Vorsitzender der Thüringer Bläserjugend und hat auch schon einige Schüler für sein musikalisches Hobby begeistern können. Ehemalige und aktuelle Wiprechtianer bestritten gestern gemeinsam das ungewöhnliche Freiluft-Konzert, zu dessen Höhepunkten das Hungersche Trompeten-Solo „Alle Jahre wieder“ gehörte.

Jens Hunger ist mit Leib und Seele dabei, liebt diese Musik und möchte sie auch anderen nahe bringen. „Wir wollen am letzten Schultag alle ein wenig auf Weihnachten einstimmen.“ Für dieses gelungene Gastspiel gab es am Ende nicht nur viel Applaus, sondern als symbolisches Dankeschön auch für jeden Musikanten einen großen Schokoladen-Weihnachtsmann aus der Hand von Direktor Treuger.

Orchesterchef Hans Taube war ebenfalls mit nach Groitzsch gekommen, und sein Team hatte nach dem Gymnasiumsauftritt noch einiges vor. „Wir spielen jetzt noch an der Mittel- und dann an der Grundschule“, so Taube. Das ist sozusagen auch familiär Ehrensache, denn an der Mittelschule unterrichtet Sohn André Taube Musik.

LVZ vom 23.12.2009
Letzte Aktualisierung: am 01.02.2013 - 18:26 Uhr durch