Porträt der Woche

„Er schaut nie auf die Uhr“

Der Ethik- und Sportlehrer André Proskawetz koordiniert die Profil- und Ganztagsangebote am Groitzscher Wiprecht-Gymnasium



Groitzsch. „André Proskawetz schaut nie auf die Uhr, auch nicht in seiner unterrichtsfreien Zeit“, sagt Stefan Treuger, der Leiter des Wiprecht-Gymnasiums in Groitzsch. Als Koordinator der Profil- und Ganztagsangebote sowie der neuen Lehrpläne habe sich der Ethik- und Sportlehrer innerhalb der letzten drei Jahre an der Einrichtung etabliert. „Ich bin in Groitzsch angekommen“, meint Proskawetz knapp. Doch nicht nur dort schätzen ihn die Kollegen als engagierten Lehrer, sondern auch in Borna, wo er zuvor viele Jahre am einstigen Pestalozzi-Gymnasium etliche Projekte und Arbeitsgemeinschaften auf die Beine stellte.

Auf die erste Ganztagsklasse im neuen Schuljahr hat der 42-Jährige lange Zeit hingearbeitet. „Von seinen Planungen hängt ab, ob das Projekt gelingt oder scheitert“, sagt Treuger. Er habe allerdings ein gutes Gefühl, weil er den Ethik- und Sportlehrer als zuverlässigen und zielstrebigen Menschen zu schätzen wisse. „Bereits seit zwei Jahren kümmert er sich auch bestens um die Koordinierung des Profilunterrichts.“ Proskawetz setzt sich laut Treuger aber auch dafür ein, dass sich die Schüler besser mit ihrer Schule identifizieren.

Seit Jahren ist Proskawetz bei den Integrationssportfesten in Borna für den Kreissportbund ein zuverlässiger Partner. Daran nehmen Behinderteneinrichtungen der Kreisstadt und des Umlandes teil. In seiner Bornaer Lehrzeit war er mit Schülern des Pestalozzi-Gymnasiums dort vertreten, seit drei Jahren mit Groitzscher Gymnasiasten. Erst Mitte Juni nahm er mit 23 Jugendlichen der Klasse 9a an der Veranstaltung teil. Einige halfen als Kampfrichter aus, andere kämpften in den Mannschaften um Punkte. „Das unterstreicht den integrativen Gedanken des Festes“, sagt der Vater zweier Kinder.

Zudem halfen die beiden neunten Klassen im vergangenen Schuljahr im Groitzscher Altenpflegeheim Katharina-von-Bora-Haus des Diakonischen Werkes Borna aus – ein Projekt als Teil des Ethikunterrichts. Dabei konnte sich auch der Leiter des Heimes, Detlef Voigt, auf die zuverlässige und gute pädagogische Vorbereitung von Proskawetz verlassen. „André Proskawetz steht mit Leib und Seele hinter unserem Projekt. Das spürten die Schüler und kümmerten sich rührig um die Senioren“, so Voigt.

Proskawetz darauf: „Das Thema Altern und Sterben gehört zum Ethikunterricht. Ich denke, dass die Jugendlichen dabei eine Menge fürs Leben lernen können.“ Das Miteinander von Jung und Alt soll auch in diesem Schuljahr mit den neuen 9. Klassen fortgeführt werden, natürlich unter Leitung von Proskawetz.

Bei all den Lobeshymnen bleibt der allerdings bescheiden. „Es wäre doch langweilig, wenn ich nur meinen Lehrstoff runterspulen würde. Dafür bin ich nicht Lehrer geworden“, so der Mann, der 1990 in der Schule Borna-Gnandorf anfing. Peter Krischunas

http://www.lvz.de vom 13.08.2009

Letzte Aktualisierung: am 01.02.2013 - 18:38 Uhr durch