US-Pilot zurück am Gymnasium

Ehemaliger Austauschschüler Joe Bosch am Wochenende zu Besuch in Groitzsch





Groitzsch. Es muss eine tolle Zeit vor rund 15 Jahren für ihn gewesen sein. Damals, 1994/95, besuchte Joe Bosch als Austauschschüler das Groitzscher Wiprecht-Gymnasium. Seitdem hält der nun 31-Jährige aus Edgewood in der Nähe von Cincinnati im US-Bundesstaat Kentucky Kontakt in die Schusterstadt. Am Wochenende war er erneut hier zu Besuch, sogar mit Frau, Kindern, Vater und Schwester – und feierte bei Doreen Hagers Hochzeit mit.

Die damalige Mitschülerin hatte ihn, da er mit der Atmosphäre in seiner Leipziger Gastfamilie nicht zurechtkam, ohne Komplikationen bei ihren Eltern auf dem Fritzenberg einquartiert. Da sei es recht familiär zugegangen, „wie bei den eigenen Eltern“. Er fuhr mit in den Urlaub und zum Wintersport. Auch Fußball habe er hier im Verein gespielt. „In Groitzsch bei der Familie Hager war es echt super, alles okay“, sagte Joe Bosch jetzt mit seinem strahlenden amerikanische Lachen. Deshalb brachen die Kontakte nicht ab. Regelmäßig gehe Post über den Atlantik. Der aktuelle Besuch sei der dritte nach 1996 und 1998. „Ich kann nicht nach Deutschland kommen, ohne Groitzsch und meine Freunde besuchen“, erklärte Bosch.

Natürlich wollte er seiner Familie das Wiprecht-Gymnasium zeigen. Beim Rundgang wurden Erinnerungen wach. „Das war mein Sitzplatz in der Klasse, aber das sah anders aus.“ Was Schulleiter Stefan Treuger bestätigte. „Ja, stimmt. Die in die Jahre gekommenen Holzstühle wurden gegen moderne Sitzmöbel ausgetauscht.“ Auch Namen von Lehrern und deren Marotten wusste Bosch noch. Treuger frotzelte: „Ohne die Ausbildung in unserem Gymnasium wäre Joe nie Pilot geworden.“ Womit der Schulleiter die Lacher auf seiner Seite hatte. Bei der Air Force fliegt der 31-Jährige einen Tanker für die Jets. Zwar wollte der Amerikaner schon als Zweijähriger Pilot werden. Sein erster Flug war allerdings der 1994 nach Europa. „Da hat es mich richtig gepackt.“

Beim Austausch damals war er einer von 50 Schülern, die über die Republik verteilt wurden. Noch heute ist er froh, das Jahr in Deutschland verbracht zu haben. „Es war ein bleibendes Erlebnis, führte zu mehr Selbstständigkeit, hat bei mir die deutsche Sprache gefördert.“ Zudem habe er global viel Neues kennengelernt. „Und zweimal, 1994 und 1995, habe ich den heiteren letzten Schultag Groitzscher Abiturienten miterlebt.“ Mathias Bierende

http://www.lvz.de vom 04.08.2009

Letzte Aktualisierung: am 01.02.2013 - 18:39 Uhr durch